Kultusministerin lädt zu PressekonferenzKultusministerin lädt zu Pressekonferenz

Am 12. November lud die Kultusministerin von Sachsen, Brunhild Kurth von der CDU, Schülerzeitungsredakteure aus ganz Sachsen in ihr Ministerium ein. In einer „Jugend-Pressekonferenz“ beantwortete sie Fragen zu aktuellen Themen und ihrer Arbeit als Ministerin.

Auch unsere Schülerzeitung „Klipp und Klar“ erhielt eine Einladung und durfte einen Vertreter nach Dresden schicken. So begab ich mich an jenem Donnerstag in die sächsische Hauptstadt. Im Ministerium angekommen, sah ich, dass bereits 80 bis 100 weitere Vertreter anderer Schulen vor Ort waren. Wir nahmen in einem Saal Platz und erwarteten die Ankunft der Ministerin. Diese erschien pünktlich um 14:30 zur Pressekonferenz, begleitet von Ihrem Pressesprecher.

Ohne Umschweife begann die Ministerin, die Fragen der Redakteure zu beantworten. Als erstes wurde sie gefragt, wie sich ihr Alltag als Kultusministerin gestaltet und welche Mitarbeiter ihr direkt zur Seite stehen. Kurth berichtete davon, dass sie erst auf der Autofahrt von zu Hause nach Dresden erzählt bekommt, welche Termine im Laufe des Tages anstehen. Als Ministerin hat sie einen sehr vollen Terminkalender. Zum zweiten Teil der Frage sagte sie, dass sie ein Sekretariat habe, welches die organisatorische Arbeit für sie erledigt. Neben einen Referent steht ihr auch ein Pressesprecher zur Seite, der den Medien Rede und Antwort steht, wenn sie selbst nicht verfügbar ist.

Nachdem alle Fragen über ihren Alltag als Ministerin beantwortet waren, ging sie auf Fragen über aktuelle politische Themen ein. Allerdings gab es bloß zwei Themen: die Flüchtlingskrise und der Lehrermangel an sächsischen Schulen.

Über ersteres wurden erwartungsgemäß die meisten Fragen gestellt. Auf die Frage, inwiefern sie als Kultusministerin von der Problematik betroffen ist, antwortete sie zuerst, dass die Asylkrise in fast jeder ihrer wöchentlichen Kabinettssitzungen Thema ist. In ihr Ressort fällt besonders die Aufgabe, die Unterbringung der Asylsuchenden in Schulen zu verwalten. Es fiel dabei der Begriff „Vorbereitungsklasse“. Nach einem Jahr Aufenthalt in Deutschland sind Flüchtlingskinder an die gesetzliche Schulpflicht gebunden. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Kinder und Jugendlichen dann in einer normalen Schulklasse lernen, sondern in einer sogenannten Vorbereitungsklasse einfache sprachliche und andere Kenntnisse erwerben, bevor sie dann weiterführende Fächer wie Mathematik oder Physik unterrichtet bekommen. Kurth erwähnt, dass an Vorbereitungklassen Asylsuchende bis zum 27. Lebensjahr teilnehmen können. Weiter erzählt sie, dass die Flüchtlinge schnell die deutsche Sprache erlernen und die Kurse teilweise sehr gut ausgebildet verlassen. Diese Kurse zur Erweiterung der Kompetenz sind wichtig, da beispielsweise ein syrisches Abitur lediglich einem deutschen Hauptschulabschluss entspricht. Diese Vorbereitungsklassen sind allerdings noch nicht stark verbreitet.

Die Kultusministerin musste aber auch zu den Nebenwirkungen der Einwanderungswelle Stellung beziehen. Organisationen wie die PEGIDA, welche jüngst ihr einjähriges Bestehen feierte, schaffen es, über zehntausend Demonstranten zu ihren Kundgebungen gegen Flüchtlinge zu versammeln. Die Ministerin ist gegen solche fremdenfeindliche Gruppierungen und betonte, dass sie sich eindeutig für Integration ausspricht. Allerdings sagte sie auch, dass die Einwanderer unbedingt unsere demokratische Werteordnung akzeptieren und respektieren müssen, wenn sie sich zeitweise in Deutschland aufhalten wollen.

Da das Kultusministerium hauptsächlich für die Bildung zuständig ist, antworte Frau Kurth auf die Frage zum Bildungssystem, dass Bildungspolitik in Deutschland nicht einfach ist. Ein Problem ist der akute Lehrermangel an den Schulen. In den kommenden 5 Jahren gehen etwa 9.000 Lehrer in Rente, im Jahr 2030 sind nur noch 20 Prozent der Lehrer, die heute im Dienst sind, immer noch tätig. Dieses Thema betrifft auch Kurth persönlich, weil sie einmal selbst Lehrerin und Schulleiterin in ihrem Geburtsort Burgstädt war.

Auch auf Länderebene ist es nicht einfach, da es keine einheitliche Bildungspolitik in Deutschland gibt. Jedes Land kann selbst bestimmen, ob die Schüler 7 oder 8 Jahre auf eine weiterführende Schule gehen müssen. Weiterhin ist es durch die nicht einheitlichen Ferienzeiten schwer, bundesweite Termine für Abschlussprüfungen und Kompetenztests zu finden.

Als die Jugend-Pressekonferenz bereits ihrem Ende entgegenlief, wurde noch eine berechtigte Frage gestellt: Wenn der hohe Lehrermangel jetzt schon ein Problem ist, wie soll man dann in Anbetracht der hohen Zuwanderung zusätzliche fähige Deutschlehrer mobilisieren? Kurth antwortete, dass dies durchaus ein Problem ist, da eine sehr schwierige Struktur auf dem Arbeitsmarkt für Lehrer herrscht. Daher sollen jetzt auch Quereinsteiger Deutschkurse geben können, die eigentlich keine Ausbildung zum DAF-Lehrer haben. In diesem Fall soll auch ein Schnellkurs reichen, so Kurth.

Es wurden aber auch bereits zusätzliche Lehrer nach Möglichkeit eingestellt, und die Arbeiten an einer verbesserten Lehrerstruktur beschäftigt das Kultusministerium jeden Tag.

An dieser Stelle endete die Pressekonferenz, da die Kultusministerin ihren nächsten Termin zu einer Preisverleihung nicht verpassen durfte. Trotzdem nahm sie sich noch die Zeit, zusammen mit den einzelnen Redakteuren Fotos zu machen.


Zum Ende meiner Fahrt nach Dresden kann ich sagen, dass sich diese wirklich gelohnt hat! Mit tollen Eindrücken vom Kultusministerium und vielen Informationen fahre ich zurück nach Meerane. Dank meiner Tätigkeit in der Schülerzeitung erhielt ich die Möglichkeit, diese Veranstaltung zu besuchen, bei der sich die Kultusministerin persönlich den Fragen der jungen Redakteure Sachsens stellte.



„Klipp und Klar“-Redakteur Leopold Raabs, Klasse 10a