Im Jahr 1999 wurde in der Nähe einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt ein mysteriöses Relikt gefunden: Die etwa 4000 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra. Sie gilt als eines der wichtigsten Artefakte der bronzezeitlichen Epoche. Die Scheibe, deren Durchmesser etwa 32 Zentimeter beträgt, besteht aus Bronze. Das Metall, welches eigentlich eine gold-gelbe Farbe besitzt, ist über die Jahre hinweg grün geworden. Auf der Platte sieht man Applikationen aus Gold, deren Bedeutung nur teilweise geklärt ist. Die wahrscheinlichste Deutung meint, dass ein Schiff, der Mond und die Sonne sowie ein Sternbild auf ihr zu sehen sind. Weiterhin wurde nachgewiesen, dass die Platte noch vor der Eingrabung mehrmals verändert wurde. Der etwa zweieinhalb Kilo schweren Scheibe wurden auch noch einige Schwerter sowie Beile und Meißel beigelegt. Die Himmelsscheibe wurde nach ihrem Fund ausgiebig untersucht, mit dem Ergebnis, dass sie wahrscheinlich Phänomene aus der Astronomie darstellen soll. ln diesem Fall wäre die Himmelsscheibe von Nebra die älteste bekannte Darstellung des Himmels. Die Tatsache, dass das Sternbild der Plejaden auf ihr zu sehen ist, wäre eine Bestätigung dafür. Seit 2002 ist sie im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) zu sehen.


Die Nawi-Schüler der zehnten Klasse des Europäischen Gymnasiums Meerane, sowie Herr Schreiber und Herr Baumgartl, besuchten am 12. März eben diese Ausstellung. Bereits um sieben Uhr morgens brach man nach Halle auf. Herr Schreiber war sehr erfreut, dass er tatsächlich dreizehn Schüler dazu bewegen konnte, an einem Samstag freiwillig an dieser Exkursion teilzunehmen. Etwa 3 Stunden später war das Ziel erreicht. Die Vorfreude auf das Ansehen der Himmelsscheibe musste man sich allerdings noch verkneifen, denn vorher wurde die Sonderausstellung „Krieg – eine archäologische Spurensuche“ besichtigt. Herr Schreiber hatte bereits vor der Fahrt angekündigt, dass man hier möglicherweise verstörende Dinge zu Gesicht bekommt, sprich: echte menschliche Skelette! Es stellte sich heraus, dass er damit nicht im Unrecht war. An den Gesichtsausdrücken der Schüler konnte man die Gefühle beim Anblick eines Massengrabes ablesen. Um dem Titel der Sonderausstellung gerecht zu werden, setzt sich diese mit den Ursprüngen des Krieges auseinander, von der Zeit der Jäger und Sammler bis in die Bronzezeit. Nachdem wir uns durch mehrere Jahrtausende der europäischen Geschichte gekämpft hatten, wurden wir am Ende mit dem Anblick der Himmelsscheibe belohnt. Was wir uns bisher nur vorstellen konnten, sahen wir nun mit unseren eigenen Augen. Diesen Anblick wird jeder von uns noch lange in Erinnerung behalten, schließlich sieht man nicht jeden Tag etwas, das 4000 Jahre alt ist. Nach zwei Stunden endete damit unser Rundgang durch das Museum. Die Bewertung fiel durchgehend positiv aus. Nach diesem Erlebnis gönnten wir uns in der Innenstadt von Halle ein Mittagessen, bevor es wieder zurück nach Meerane ging.


Leopold Raabs, Klasse 10a